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  • Jan

Onlineseminare selbst produzieren

Onlineseminare in Eigenregie zu produzieren ist möglich, aber nicht immer ratsam.

Im Folgenden erfahren Sie, was es bei dem Vorhaben ein Onlineseminar auf die Beine zu stellen zu bedenken gibt.

Am Anfang Ihrer Überlegungen steht sicherlich der wirtschaftliche Nutzen, der sich durch den Verkauf von Onlineseminaren erzielen lässt. Beschwingt von der nötigen Portion Enthusiasmus und der Lust darauf sich in ein neues, spannendes Thema einzulesen und schließlich selbst zur Tat zu schreiten, scheint das eigene Onlineseminar greifbar nah, denn: „So schwer kann die Umsetzung ja wohl nicht sein.“

Stimmt, so schwer ist es wirklich nicht. Mit dem entsprechenden Durchhaltevermögen, sprich Zeit und Energie, kommen Sie ganz sicher zu tollen Ergebnissen. Bedenken Sie allerdings, dass es neben dem technischen Verständnis vor allem viel Übung und Erfahrung braucht, um ein hochwertiges Video-Produkt zu erstellen.

Blicken wir zunächst auf das nötige technische Verständnis und ganz konkret die Frage: Was müssen Sie aus technischer Sicht wissen? Ausgangspunkt ist hierbei die Frage: Was brauche ich, um mich selbst zu filmen? Grundsätzlich ist die Frage leicht zu beantworten: Kamera, Stativ und Mikrofon. Wie sich allerdings vermuten lässt, steckt der Teufel im Detail.

Warum? Stellen Sie sich das technische Equipment Ihres Mini-Studios wie ein System vor, in dem jedes Element direkt oder indirekt mit den anderen Elementen verbunden ist. Ein Beispiel: Wenn Sie Bild und Ton nicht im Nachhinein synchronisieren möchten, brauchen Sie eine Kamera, an welche sich ein Mikrofon anschließen lässt. Hierbei kommen auf den ersten Blick zahlreiche Modelle in Frage, allerdings lässt sich der Ton nur bei den wenigsten manuell einpegeln, was für eine gelungene Aufnahme jedoch unbedingt notwendig ist.

Entscheiden Sie sich für ein hochwertiges Mikrofon, wird dieses mit Sicherheit per XLR-Kabel an die Kamera angeschlossen. Da DSLR und DSLM-Kameras nicht über einen XLR-Anschluss verfügen, benötigen Sie hier einen Adapter um das Mikrofon schließlich über einen Klinke-Anschluss mit der Kamera zu verbinden. Nun gilt es jedoch zu bedenken, dass die Vorverstärker, die in DSLR und DSLM-Kameras eingebaut sind, häufig ein störendes Grundrauschen mitbringen, dass jedoch minimiert werden kann, indem man leiser einpegelt und das Eingangssignal des Mikrofons wiederum um ca. 20 dB erhöht.

Diese und weitere Fragen stellen sich bei nahezu jedem denkbaren Setup. Dabei ist egal, ob Sie sich mit einem Handy oder einem professionellen Camcorder filmen möchten. Je nachdem was Sie, wie Sie und wie lange Sie etwas aufzeichnen möchten werden Ihnen unter anderen folgende Fragen begegnen: Wie bekomme ich es hin, dass der Hintergrund unscharf wird? Sollte ich lieber in HD oder 4K aufnehmen? Warum reicht der Speicherplatz nur für 15 Minuten Aufnahmezeit? Warum rauscht der Ton? Warum ist der Hintergrund so viel heller als ich selbst? Warum sieht meine Haut so orange bzw. blau aus? Welche App nutze ich am besten und wie gewinne ich Kontrolle über die Funktionen? Welches Mikrofon schaffe ich mir an? Mit welchem Programm kann ich Versprecher aus dem Video schneiden? Wie füge ich Bauchbinden hinzu?

Die Beantwortung all dieser Fragen ist mit einigem Rechercheaufwand, also viel Zeit verbunden.


Die technischen Geräte sind ausgewählt, jetzt beginnen die Schwierigkeiten.

Haben Sie sich für ein Setup entschieden gilt es nun ausreichend Übung zu sammeln. Zunächst sollten Sie die Funktionen Ihrer Kamera kennenlernen, die richtigen Einstellungen wählen, um dann erste Versuche zu starten. Insbesondere beim Filmen mit DSLR und DSLM-Kameras kann man wirklich tolle Bildergebnisse erzielen, vorausgesetzt man nimmt die richtigen Einstellungen vor. Bedenken Sie, dass diese Kameras primär auf die Verwendung als Fotoapparat abgestimmt sind, jedoch mit dem entsprechenden Know-how zu tollen Videokameras umfunktioniert werden können. Eine wichtige Einstellung betrifft beispielsweise die Verschlusszeit. Diese sollte bei einer Aufnahme mit 25 Bildern pro Sekunde auf 1/50 Sekunde eingestellt werden um eine „filmisch“ wirkende Bewegungsunschärfe zu erzeugen.

Haben Sie alle Einstellungen kennengelernt und aufeinander abgestimmt, geht es an die Aufnahme selbst. Achtung: Ein schöner Hintergrund allein ist zwar ein guter Anfang, reicht aber nicht für eine gelungene Aufnahme. Hierbei sind beispielsweise folgende Fragen relevant: Wie ist die Tonsituation? Gibt es Nebengeräusche die stören könnten? Hallt der Raum? Wo steht die Sonne? Inwiefern passt der Hintergrund zum Inhalt?

Haben Sie sich für eine passende Aufnahmesituation entschieden, geht es an das Fine-tuning der Kameraeinstellungen. In diesem Schritt passen Sie die einzelnen Parameter an die betreffende Situation an. Sie passen hier beispielsweise die Blendenöffnung oder den ISO-Wert den herrschenden Lichtverhältnissen an und bestimmen den richtigen Weißabgleich. Tun Sie dies nicht mit genügend Sorgfalt, werden Sie kein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen, egal ob Sie mit Ihrem Handy oder mit einer professionellen Kamera drehen.

Ich brauche kein High-End-Produkt. Die Inhalte zählen.

Nun mag der eine oder andere einwenden, dass es bei der Eigenproduktion auch nicht darum geht ein High-End-Ergebnis zu erzielen, sondern primär darum seine Inhalte zu kommunizieren. Aus meiner Sicht ist das auch vollkommen richtig. Allerdings geht es bei den bisher angerissenen Fragestellungen auch nicht um ein Ergebnis auf höchstem Niveau, sondern um eines, das hinsichtlich der Bild- und Tonqualität so gestaltet ist, dass die Zuschauer nicht wesentlich von den Inhalten abgelenkt werden.

Wenn Sie das geschafft haben, haben Sie allerdings auch schon eine beachtliche Strecke auf dem Weg zu wirklich tollen Ergebnissen hinter sich. Wie bei allem gilt hier: Übung macht den Meister. Je häufiger Sie sich selbst filmen, desto mehr Erfahrungen sammeln sie in unterschiedlichen Aufnahmesituationen. Sie lernen nicht nur Ihre Kamera besser kennen, sondern lernen auch „das Licht zu sehen“ und beispielsweise das Licht, welches durch das Fenster Ihres Arbeitszimmers fällt gewinnbringend einzusetzen. Betrachten Sie das Ganze als Prozess und erwarten Sie nicht von sich auf Anhieb beste Ergebnisse erzielen zu müssen.

Wann lohnt es sich selbst zu produzieren?

Aus meiner Sicht lohnt sich die Überlegung selbst Videos zu produzieren insbesondere dann, wenn Sie dauerhaft sehr viele Videos herstellen möchten. Wenn Sie beispielsweise planen wöchentlich 2 -3 Videos auf YouTube zu veröffentlichen, kann es aus durchaus Sinn machen in das entsprechende Equipment zu investieren und die nötige Zeit und Energie aufzubringen, um sich mit der Technik vertraut zu machen. Wie bei allen Investitionen gilt: Entscheidend ist der finanzielle bzw. der zeitliche Aufwand im Verhältnis zum erwartbaren Ertrag. Machen Sie hierbei jedoch nicht den Fehler den zeitlichen Aufwand zu unterschätzen. Meiner Einschätzung nach benötigen Sie etwa 1 – 2 Monate intensiver Beschäftigung mit dem Thema, um zu brauchbaren Ergebnissen zu kommen. Um auf dem Niveau zu produzieren, dass Sie eingangs vor Augen hatten, benötigen Sie vermutlich noch länger.

Planen Sie allerdings inhaltlich und optisch hochwertige Inhalte On-Demand als Masterclass zum Verkauf anzubieten ist es nicht sinnvoll dies in Eigenregie zu produzieren. Hierfür ist der zeitliche Aufwand entschieden zu hoch und zudem ist es nur äußerst schwer möglich ein verkaufsreifes Ergebnis zu erzielen. Verlassen Sie sich hierbei auf professionelle Unterstützung.

Abschließend ein kurzer Einblick was an einem professionellen Produktionstag möglich ist:

Ein Produktionstag besteht bei uns aus 8 Zeitstunden. In diesem Zeitraum wird so viel wie möglich bzw. nötig gedreht. Je nachdem wie Sie es mögen, können Sie mit einem Teleprompter arbeiten oder Ihren Vortrag frei gestalten. Entweder drehen wir bei Ihnen vor Ort oder in einem professionellen Studio. Wir drehen mit zwei Kameras um Versprecher oder kurze Pausen durch einen Wechsel der Kameraperspektive vom Zuschauer unbemerkt herausschneiden zu können. Das aufgenommene Material schneiden wir nach Ihren Vorgaben zusammen. D.h. wir liefern entweder mehrere lange Abschnitte oder viele kurze Sinnabschnitte, je nachdem was für Sie besser ist.

Ein Kostenbeispiel: Ein Produktionstag im Studio kostet zzgl. MwSt. 3800€. Bieten Sie Ihre Masterclass online zu einem Nettopreis von 120€ an, haben Sie das eingesetzte Kapital bereits nach 32 Verkäufen wieder eingespielt. Bedenkt man nun, dass man hochwertig produzierte Inhalte über einen Zeitraum von ca. 5 Jahren einsetzen kann, lassen sich hier mit der richtigen Marketingstrategie attraktive Ergebnisse erzielen.

Neben der Studiolösung bieten wir auch etwas preisgünstigere Lösungen bei Ihnen vor Ort an. Werfen Sie hierfür einmal eine Blick auf unser Angebot:

https://www.fabelzucker.de/lehrvideo

Wenn Sie mehr zu den Chancen und Möglichkeiten erfahren möchten, die Onlineseminare für Lehrende und Teilnehmer bieten, lesen Sie diesen Blogbeitrag:

https://www.fabelzucker.de/post/onlineseminare-chancen-und-möglichkeiten


Für Infos bezüglich der erfolgreichen Vermarktung, werfen Sie einen Blick auf diesen Blogbeitrag:


https://www.fabelzucker.de/post/onlineseminare-vermarkten

Kommende Beiträge:

- Wie läuft eine professionelle Produktion ab?

- Wie kann ich meine Inhalte für ein Onlineseminar aufbereiten?

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